Lebens-Schatzkiste Nr. 33: Stille ist nichts für Feiglinge!

Aktualisiert: 21. Nov. 2020


Wenn die äußere Betriebsamkeit, die vielen Aktivitäten des Tages, unser Machen unser Tun der bewussten Stille weicht, fallen wir in eine Leere. Wir fallen auf unseren eigenen Urgrund des Seins zurück. Der Urgrund an dem - kein sollen - kein müssen gefordert ist. Und doch meldet sich unser innerer Antreiber und protestiert: „Sitz nicht herum, es gibt noch viel zu tun!“ Eine „to do“ Liste oder Dinge die noch zu erledigen sind, kommen uns in den Sinn. Daher kann eine Imagination (ein Bild) bei geschlossenen Augen hilfreich sein, sich einen Zaun, eine Mauer etc. vorzustellen, die uns umgibt, indem die äußeren Einflüsse in der Stille keinen Zutritt haben.

Wenn die Abgrenzung gut gelungen ist, der äußere Lärm verstummt, die Stille sich in unserem innersten breit macht, darf sich eine innere Unruhe einstellen. Wenn es im Außen ruhig wird, kommt unser Inneres in Bewegung. Manches mal tauchen in der Stille verdrängte Situationen des Tages auf, ein Konflikt mit einer Arbeitskollegin, ein unangenehmes Telefonat mit meinem/r Partner*In, ein unfreundliches E-Mail eines Kunden etc.. Es braucht Mut, die Stille auszuhalten und den Blick auf unsere ungelösten Themen zu wagen. Dann hat unsere Seele die Chance den Tag zu verdauen. Es kann nun bewusst das Unvollendete unseres Tages einer göttlichen Dimension übergeben werden. Ignatius von Loyola der Gründer des Jesuitenorden geht noch einen Schritt weiter indem er sagte – Gott in allen Dingen suchen und finden – nicht nur in den vermeintlich schönen Augenblicken des Tages.

Es braucht eben die Stille, in der wir reflektieren können. Gott wirkt durch uns und wir können es oft erst im Nachhinein erkennen. Gerade in herausfordernden Zeiten eine Spur von Gott zu entdecken einen Wegweiser für das eigene Leben zu sehen, ist ein bedingungsloses Geschenk das sich in der Stille einstellen kann.

Herz-liche Grüße

Hermann

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