Lebensschatzkiste 44: Umgang mit Schuld – praxiserprobt.

Aktualisiert: 2. Mai 2021


Schuld gibt es auf verschiedenen Ebenen. Wir können Schuld-en bei der Bank haben, durch ein zivilgerichtliches Urteil schuldig gesprochen werden oder auch im zwischenmenschlichen Bereich eine Schuld auf uns geladen zu haben.


Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat öffentlich im Zusammenhang mit einem zu kurzfristig angesetzten harten Lockdown sich ent-schuld-igt und ihre angekündigte Maßnahme zurückgenommen. Manche haben ihr für diese öffentliche Aussage Respekt gezollt. Auf der anderen Seite sind die Umfragewerte der CDU/CSU, sofern man den Statistiken Glauben schenken darf, gesunken. Ein sich eingestehen von Schuld braucht gerade in der Öffentlichkeit viel Mut.


Hand aufs Herz – kennen Sie einen Menschen, der ohne Schuld ist? Um den Bogen auf das christliche aktuelle Osterfest zu spannen, zeichnet auch die Bibel viele Persönlichkeiten die enorme Schuld auf sich geladen haben (Petrus verleugnete Jesus 3 Mal, Judas hat Jesus an die Römer verraten etc.). Beide biblischen Menschen haben ihr Verhalten reflektiert und sich selbst in ihrem tiefsten Inneren ihre Schuld eingestanden. Sie haben ihre Schuld emotional verschmerzt. Die Wahrheit schmerzt manches Mal, aber die Lüge verletzt. Sie wollten mit dieser Lebenslüge nicht weiterleben und wurden durch das öffentliche Eingestehen der Schuld zu Vorbildern für die Menschen.


Wir Menschen neigen eher dazu, uns dem Schmerz nicht zu stellen, da manches Mal Emotionen auftauchen können. Besonders Männer haben aufgrund von alten Rollenbildern wenig Zugang zu den Emotionen. Daher sind Menschen im vertrauten Umfeld wichtig, denen ich mich offen mit meinen Fehlern zuwenden kann, ohne bewertet zu werden. Menschen, die mich aushalten, wie ich bin. In diesem Umfeld kann eine innerliche Verwandlung passieren und wir können wieder lustvoll in unseren Lebensfluss eintauchen.


Herz-lichst,

Hermann

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